In der türkischen Tourismusbranche entflammt eine Grundsatzdebatte über das wohl populärste Urlaubskonzept des Landes. Der Verwaltungsratsvorsitzende des renommierten Schweizer Reiseveranstalters Bentour, Kadir Ugur, plädiert mit Nachdruck für eine umfassende Neuausrichtung des All-inclusive-Modells an der Riviera. Angesichts drastisch gestiegener Betriebskosten und kontinuierlich kletternder Reisepreise sei das bisherige System in seiner jetzigen Ausprägung schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Wie das Fachportal fvw TravelTalk berichtet, geht es dem Branchenkenner jedoch keineswegs um eine komplette Abschaffung der beliebten Rundum-Verpflegung, da diese fest zum Markenkern der Destination gehöre. Kadir Ugur stellte auf einer Branchenveranstaltung in Antalya klar: „All-inclusive gehört inzwischen zum Charakter des türkischen Tourismus. Aber wir haben es übertrieben. Statt 100 verschiedener Speisen könnten auch 50 hochwertige Gerichte angeboten werden. Entscheidend sind Qualität und Geschmack, nicht die Menge.

Kosten explosion treibt Urlauber in Last-Minute-Muster

Nach fundierter Einschätzung des Tourismusexperten haben die enormen Teuerungsraten der vergangenen Monate dazu geführt, dass die Türkei im internationalen Vergleich zu einem vergleichsweise hochpreisigen Reiseziel geworden ist. Die spürbar angezogenen Preise für Hotelübernachtungen und Flugtickets hinterlassen deutliche Spuren im Buchungsverhalten der internationalen Kundschaft. Viele Reisende zögern den Kauf ihrer Ferienreise angesichts der gestiegenen Summen immer länger hinaus. Dadurch entwickelt sich die Region nach Jahren der Planungssicherheit erneut zu einem ausgesprochenen Last-Minute-Markt. Der Bentour-Chef schildert die aktuelle Marktlage eindringlich: „Viele Gäste warten darauf, dass die Preise in ihr Budget passen. Andernfalls bleiben sie lieber zu Hause. Damit kehren wir zu einer Entwicklung zurück, die wir eigentlich längst überwunden hatten.

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Abtrennung von Alkohol und Aufruf zu großem Branchengipfel

Um die Gesamtkosten für die Urlauber spürbar zu senken und die Preispunkte wieder attraktiver zu gestalten, schlägt der erfahrene Manager konkrete Einsparungspotenziale vor. Ein zentraler Hebel sei die Herausnahme von alkoholischen Getränken aus dem Standard-Verpflegungspaket. Die Gäste sollten künftig nur noch für das zahlen, was sie tatsächlich an der Bar bestellen. Kadir Ugur untermauerte seinen Vorschlag mit klaren Worten: „Wer Alkohol konsumiert, sollte ihn auch separat bezahlen. Das würde die Kosten der Hotels senken und die Angebote für eine größere Zielgruppe attraktiver machen.“ Neben der Debatte um das Verpflegungskonzept übte der Unternehmer scharfe Kritik an der Preisstrategie im Kulturtourismus. Die Türkei habe historische Stätten und Einkaufserlebnisse über viele Jahre hinweg weit unter Wert verkauft und dadurch massiv an Markenwert eingebüßt. Um den aktuellen Herausforderungen wirksam zu begegnen, fordert der Firmenchef nun einen mehrtägigen Branchengipfel mit Reiseveranstaltern, Hoteliers, Airline-Vertretern und Politikern, um eine tragfähige Zukunftsstrategie für die gesamte türkische Reisewirtschaft zu erarbeiten.