Auf den türkischen Finanzmärkten hat das Edelmetall im Spätsommer ein eindrucksvolles Comeback gefeiert und sämtliche Konkurrenzanlagen bei der tatsächlichen Wertentwicklung weit hinter sich gelassen. Wie aus den offiziellen Erhebungen des Türkischen Statistischen Instituts TÜIK vom 8. September hervorgeht, sicherte sich Külce Altin im Monat August den unangefochtenen Spitzenplatz unter den Finanzanlagen. Unter Berücksichtigung des Verbraucherpreisindex TÜFE erwirtschaftete Gold eine beachtliche reale Monatsrendite von 7,93 Prozent. Wie das Finanzportal Mynet Finans berichtet, ordneten Experten der Statistikbehörde die Verteilung der Gewinne im Berichtsmonat mit klaren Worten ein: „Das Edelmetall hat im August sowohl auf monatlicher als auch auf jahresbezogener Ebene die höchsten inflationsbereinigten Erträge für die Anleger erzielt. Nach Abzug der Teuerungsrate zeigten sich zudem inländische Staatsanleihen sowie der Euro und Festgeldkonten im positiven Bereich, während die Aktienmärkte und der US-Dollar spürbare Realkaufkraftverluste hinnehmen mussten.“ Neben dem Gold glänzten im August auch inländische Staatsanleihen DIBS mit einem inflationsbereinigten Plus von 1,38 Prozent. Die Gemeinschaftswährung Euro legte real um 1,34 Prozent zu, während Brutto-Festgeldzinsen eine reale Rendite von 1,05 Prozent abwarfen. Demgegenüber verzeichnete der US-Dollar einen leichten Reallohnverlust von 0,15 Prozent, während der Leitindex BIST 100 an der Börse Istanbul mit einem Minus von 1,13 Prozent ins Minus rutschte.
Glänzende Bilanz im Jahresvergleich und Schwäche bei Währungen
Auch auf Jahressicht erweist sich das Edelmetall als mit Abstand stärkster Schild gegen die Teuerung. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten erzielte Külce Altin eine reale Rendite von 16,49 Prozent und führte das Feld damit einsam an. Auf den Rängen folgten inländische Staatspapiere mit einem bescheidenen realen Plus von 1,39 Prozent sowie Festgeldanlagen, die ihren Anlegern immerhin noch 0,56 Prozent reale Rendite einbrachten. Völlig konträr gestaltete sich hingegen die Jahresbilanz für Aktien- und Deviseninvestoren. Der Börsenindex BIST 100 verlor auf Jahressicht inflationsbereinigt 2,90 Prozent an Wert. Noch härter traf es Halter von Fremdwährungen: Der US-Dollar büßte real 10,84 Prozent ein, während der Euro gegenüber der Teuerungsrate sogar einen drastischen Verlust von 11,16 Prozent verzeichnete.
Schwankungen in den mittleren Fristen im Fokus der TÜIK-Statistik
Die Berechnungen der Behörde basieren auf den amtlichen Verbraucherpreisindizes TÜFE sowie den Erzeugerpreisindizes YI-ÜFE. Der detaillierte Blick auf mittlere Zeiträume offenbart jedoch ausgeprägte Marktschwankungen. So führten Staatsanleihen DIBS die Drei-Monats-Wertung mit einem realen Zuwachs von 4,77 Prozent an, während der BIST 100 in diesem Quartal mit 5,98 Prozent im Minus lag. Auf Sechs-Monats-Sicht wiederum verteidigte das Festgeld mit 2,87 Prozent realer Rendite die Oberhand, während Gold im halben Jahr schwächelte und real 18,01 Prozent einbüßte. Erst die jüngste Rallye im August verhalf dem Edelmetall schlussendlich wieder zur klaren Jahresspitze.
