Die türkische Tourismusmetropole Antalya hat ihren Status als weltweites Erholungszentrum in den vergangen zweieinhalb Dekaden durch ein gewaltiges Investitionsprogramm untermauert. Wie der türkische Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem ehemaligen EXPO-Gelände mitteilte, flossen in den vergangenen 24 Jahren insgesamt 19,2 Milliarden türkische Lira (ca. 341 Mio. Euro) in den Ausbau von Kultur- und Tourismusprojekten der Provinz. Die statistischen Kennzahlen belegen das imposante Wachstum der Infrastruktur an der Türkischen Riviera eindrucksvoll: Die Zahl der staatlich lizenzierten Beherbergungsbetriebe kletterte von 523 Betrieben im Jahr 2002 auf mittlerweile 2.709 Unterkünfte. Parallel dazu vervielfachte sich die verfügbare Kapazität von 150.955 Betten auf nunmehr 619.644 Schlafplätze. Wie das Fachportal Turizm Gazetesi berichtet, betonte Minister Mehmet Nuri Ersoy die Notwendigkeit dieser fortlaufenden Erweiterungen im Originalton: „Die Zahl unserer lizenzierten Unterkünfte hat sich in den letzten 24 Jahren mehr als verfünffacht, während wir eine Aufstockung um absolut 468.689 Betten verzeichnen konnten. Ein solch gewaltiges Wachstum erfordert zwingend eine moderne und hochleistungsfähige Verkehrs- und Umweltinfrastruktur, weshalb unser Ministerium in enger Kooperation mit Kommunen und Partnerressorts zukunftsweisende Großprojekte umsetzt.“
Kläranlagen und Umweltschutz schlucken Milliardensummen
Der Löwenanteil der bereitgestellten Gelder floss direkt in den Erhalt der Umwelt und den Ausbau der kommunalen Versorgung. Allein für Infrastrukturvorhaben in den Urlaubsregionen sowie für Förderungen der jeweiligen Gemeinden wurden zwischen 2002 und 2026 rund 18,1 Milliarden Lira aufgewendet. Einen Schwerpunkt bildeten dabei moderne Abwasserbehandlungsanlagen zum Schutz der Küsten und Meeresgewässer. Die Kläranlage Serik 2 ging bereits 2021 ans Netz, gefolgt vom Pumpwerk Bogazkent Ende 2022. Das Gesamtvolumen dieses Vorhabens bezifferte der Minister auf aktuell 4,4 Milliarden Lira. Für das 2023 gestartete und im April 2024 fertiggestellte Großprojekt der Kläranlage Kemer-Camyuva wurden weitere 3,6 Milliarden Lira investiert. Zudem flossen hohe Summen in die kulturelle Infrastruktur des Hinterlandes: Das Kulturzentrum Muhammed Hamdi Yazir im Bezirk Elmalı schlug mit 527 Millionen Lira zu Buche, während das Kulturzentrum Ibradi Ormana nach einem Investment von 66,6 Millionen Lira bei einem Baufortschritt von 99 Prozent steht und noch im September eröffnet wird. Über ein kommunales Förderprogramm wurden zudem 141 Millionen Lira für acht lokale Kulturprojekte freigegeben, während die Provinz mittlerweile 14 kostenlose öffentliche Strände betreibt.
UN-Klimakonferenz COP31 als weltweiter Katalysator
Die massiven Investitionen sichern nicht nur den laufenden Sommerurlaub ab, sondern dienen auch der Vorbereitung auf ein historisches Großereignis im Spätherbst. Vom 9. bis 20. November 2026 richtet Antalya die UN-Klimakonferenz COP31 aus. Nach offiziellen Angaben von Umwelt- und Klimaschutzminister Murat Kurum werden zu diesem Weltgipfel rund 100.000 internationale Besucher an der Südküste erwartet. Das renommierte EXPO-Gelände wird für den Gipfel umfassend modernisiert und soll nach Beendigung der Tagung dauerhaft als führendes Messe- und Kongresszentrum der Region genutzt werden. Durch diese strategische Weichenstellung rüstet sich Antalya nachhaltig dafür, neben dem klassischen Ferientourismus künftig auch im lukrativen internationalen MICE- und Tagungssektor eine führende Rolle einzunehmen.
