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In mehreren Provinzen der Südtürkei hat sich die Waldbrandsituation durch anhaltend starke Winde drastisch zugespitzt. Während die Einsatzkräfte im unermüdlichen Dauereinsatz gegen die Flammen kämpfen, meldet die Provinz Adana eine dramatische Ausweitung der Brandherde auf drei gesamte Landkreise. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtet, skizzierte der Gouverneur von Adana, Mustafa Yavuz, das Ausmaß der Evakuierungsmaßnahmen vor Ort im Detail: „Das Feuer ist inzwischen in 15 Ortschaften aktiv. Zum Schutz der Bevölkerung haben wir in den Landkreisen Kozan, Imamoglu und Aladag insgesamt 285 Haushalte mit 835 Menschen evakuiert und in sichere Gebiete gebracht. Unsere Teams kämpfen mit 173 Fahrzeugen und 717 Einsatzkräften aus der Luft und am Boden ununterbrochen gegen die Flammen.“ Der am Dienstag im Landkreis Kozan ausgebrochene Waldbrand griffschnell auf die Nachbarregionen über. Besonders schwer traf es den Ort Dailer im Bezirk Aladag, wo die Flammen auf die Siedlung Musa Hacili übergriffen, 19 Häuser vollständig einäscherten und zahlreiche Nutztiere töteten. Betroffene Anwohner schilderten verheerende Szenen. Der Augenzeuge Durdu Yaman, dessen Haus niederbrannte, berichtete erschüttert, dass er hilflos habe zusehen müssen, wie sein gesamtes Hab und Gut in den Flammen aufging. Auch der Anwohner Hamza Ördek verdeutlichte die Notlage dramatisch: „Wir haben alles zurückgelassen. Wir konnten nur ein einziges Auto retten und mitnehmen.

Tragödie bei Löscharbeiten in Antalya und Teilentwarnung in Kumluca

Auch in der Urlaubsregion Antalya brennt es an mehreren Fronten. Im Landkreis Aksu bedrohte das Feuer seit drei Tagen Wohngebäude und Viehställe, bevor die Forstbehörden die Brandintensität schrittweise reduzieren konnten. Einheimische unterstützten die Löscharbeiten intensiv und transportierten mit Traktoren, Tankwagen und Betonmischern Wasser zu Becken für die Löschhubschrauber. Überlagerte wird die Rettungsaktion in Aksu von einem Todesfall: Der zweifache Familienvater Hasan Kahya aus Yesilkaraman, der pausenlos Tiere aus brennenden Ställen evakuierte, erlitt vor Erschöpfung einen Herzinfarkt und verstarb im Krankenhaus. Seine Ehefrau Gülay Kahya musste ebenfalls medizinisch versorgt werden. Unterdessen gelang den 392 Einsatzkräften im Landkreis Kumluca mit Unterstützung von fünf Löschflugzeugen und sieben Hubschraubern die teilweise Eindämmung eines weiteren Brandes. Zuvor wurden in den Ortschaften Toptas und Güzören vorsorglich 200 Haushalte mit 490 Menschen evakuiert; drei Personen erlitten Rauchgasvergiftungen.

Kontrolle in Mersin und behördliche Warnung vor Glasmüll

Eine positive Entwicklung zeichnet sich in der Provinz Mersin ab. Im Landkreis Bozyazi gelang es einem Aufgebot von 230 Einsatzkräften, zwei Flugzeugen und fünf Hubschraubern, einen Waldbrand oberhalb von Bananengewächshäusern in Tekeli weitgehend unter Kontrolle zu bringen. Dennoch laufen Nachlöscharbeiten, um ein erneutes Aufflammen der Glutnester zu unterbinden. Bei den Aufräumarbeiten in Aksu entdeckten die Ermittler Hunderte im Wald entsorgte Glasflaschen, woraufhin die Behörden eine dringende Warnung an die Bevölkerung aussprachen, da Glasscherben im ausgetrockneten Unterholz wie Brenngläser wirken und verheerende Katastrophen auslösen können. Abseits der staatlichen Rettungskräfte rollte eine große Welle der Solidarität an: Zahlreiche Motorradkuriere fuhren auf eigene Faust Trinkwasser, Ayran und Verpflegung in die schwer zugänglichen Katastrophengebiete, um Einsatzkräfte und Brandbekämpfer zu unterstützen.