Die Türkei leitet eine beispiellose Transformation ihrer nationalen Energieversorgung ein und will bis zum Jahr 2035 gigantische 200 Milliarden US-Dollar in die grüne Transformation und den Netzausbau investieren. Im Zentrum dieser umfassenden Strategie stehen der massive Ausbau der Strominfrastruktur sowie gezielte Großinvestitionen in Wind- und Solarenergie, Kernkraft, modernste Batteriespeicher und den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Diese Kernergebnisse gehen aus dem neuen „Energy Sector Report 2026“ hervor, der vom Investment and Finance Office der türkischen Präsidentschaft gemeinsam mit dem renommierte Energieberatungsunternehmen APLUS Enerji Danismanlik verfasst wurde. Wie das Finanzportal Bloomberg HT berichtet, ordnet der Bericht die strategische Weichenstellung für den Energiemarkt detailliert ein. Ahmet Burak Daglioglu, Präsident des Investment and Finance Office, betonte die wirtschaftliche Tragweite des Mega-Projekts im Wortlaut: „Das schnelle Wachstum der Kapazitäten für erneuerbare Energien, die Modernisierung des Stromnetzes, Energieeffizienz, Speicherlösungen und der Ausbau heimischer Produktionskapazitäten bieten Investoren in der Türkei erhebliche Chancen. Mit unserer Roadmap zum Ziel der Klimaneutralität bis 2053 wollen wir internationales Kapital, moderne Technologien und strategische Partnerschaften noch gezielter für die Energiewende mobilisieren.“
Verfünffachung bei Erneuerbaren und Milliarden für das Stromnetz
Die Planungen des türkischen Ministeriums für Energie und natürliche Ressourcen sehen vor, die installierte Leistung aus Wind- und Solarenergie bis 2035 auf die beeindruckende Marke von 120 Gigawatt anzuheben. Um dieses ambitionierte Etappenziel zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren schrittweise jährlich rund 8 bis 9 Gigawatt an neuen Kapazitäten ans Netz angeschlossen werden. Der Gesamtfinanzierungsbedarf für die Dekarbonisierung inklusive der zivilen Kernenergie wird im Bericht auf 200 Milliarden Dollar beziffert. Einen Löwenanteil von rund 80 Milliarden Dollar investiert der Staat dabei direkt in die Modernisierung des Stromnetzes, die Erhöhung der Netzflexibilität sowie in die Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur. Eine hochmoderne und hochflexible Infrastruktur gilt unter Branchenkennern als zwingende Grundvoraussetzung, um die schwankenden Einspeisungen aus erneuerbaren Quellen sicher aufzunehmen.
Offshore-Premiere YEKA DÜRES-2026 und Sieben-Millionen-E-Auto-Prognose
Für internationale Unternehmen und Finanzinvestoren eröffnet der grüne Umbau hochlukrative Marktzugänge. Neben der reinen Stromerzeugung gelten energienahe Zukunftsmärkte wie Batteriespeicher und E-Mobilität als primäre Wachstumstreiber. Auf Basis von Erhebungen der Energiemarktregulierungsbehörde EPDK prognostizieren Experten bei einem dynamischen Wachstumsszenario bis 2035 den Anstieg der Elektrofahrzeuge auf rund sieben Millionen Fahrzeuge in der Türkei. Ein herausragendes Leuchtturmprojekt bildet die Initiative YEKA DÜRES-2026, die als erstes offizielles Offshore-Windenergieprogramm der Türkei Geschichte schreiben soll. Das Analysewerk nimmt insgesamt sieben Kernbereiche für Investoren unter die Lupe: Windenergie, Solarenergie, Batteriespeicher, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse sowie grünen Wasserstoff. Mit diesem Milliarden-Investment treibt das Land seinen Umbau konsequent voran und reduziert schrittweise die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten.
