Die Raumfahrtambitionen der Türkei erreichen eine völlig neue globale Dimension. Als 71. Mitgliedstaat ist das Land offiziell dem von den USA initiierten Artemis-Abkommen beigetreten, das als internationales Rahmenwerk für die friedliche, transparente und nachhaltige Erforschung des Weltalls sowie des Mondes dient. Direkt im Anschluss an die Zeremonie im Hauptquartier der NASA in Washington kündigte der türkische Minister für Industrie und Technologie, Mehmet Fatih Kacir, das nächste Großprojekt Ankaras an: In den ersten Monaten des Jahres 2027 wird die Türkei eine eigene wissenschaftliche Mondmission starten. Wie das Raumfahrtportal Space.com berichtet, skizzierte der Technologieminister die Tragweite dieses Vorhabens eindrucksvoll: „Wir wollen eine nachhaltige Präsenz im Weltraum aufbauen und entscheidende Schritte für eine friedliche Nutzung des Kosmos zum Wohle der gesamten Menschheit unternehmen. Der Beitritt zum Artemis-Abkommen markiert den Beginn einer neuen Ära in unserem Raumfahrtprogramm. Zudem intensivieren wir die Kooperation mit den USA bei Satellitentechnologien und bemannten Raumflügen drastisch.“
Eigene Sonde mit Hybridantrieb visiert Mondorbit für 2027 an
Das Herzstück der für Anfang 2027 terminierten Mondmission bildet eine im eigenen Land entwickelte Raumsonde mit modernem Hybridantrieb. Die Sonde soll den Mondorbit sicher erreichen, wertvolle wissenschaftliche Datensätze sammeln und gleichzeitig die technologische Fähigkeit der Türkei unter Beweis stellen, tief in den Weltraum vorzudringen. Das Projekt bildet eine Schlüsselsäule des Nationalen Raumfahrtprogramms. Die feierliche Unterzeichnung des Abkommens in den USA fand im Beisein hochrangiger Vertretungen statt. Neben Minister Mehmet Fatih Kacir wohnten der Präsident der türkischen Raumfahrtagentur TUA, Yusuf Kirac, NASA-Chef Jared Isaacman, der stellvertretende US-Außenstaatssekretär Connor Tomlinson, der türkische Botschafter in Washington, Sedat Önal, sowie der erste türkische Astronaut Alper Gezeravci dem Festakt bei. Das im Jahr 2020 ins Leben gerufene Regelwerk basiert auf dem Weltraumvertrag von 1967 und legt rechtlich nicht bindende Standards fest, darunter die lückenlose Registrierung von Raumfahrtobjekten, Transparenz bei wissenschaftlichen Daten, gegenseitige Hilfe für Astronauten in Notlagen sowie die Vermeidung von Störungen im All.
Ausbau des Weltraumbahnhofs in Somalia und astronautische Erfolge
Mit der strategischen Entscheidung untermauert Ankara den rasanten Aufstieg der heimischen Raumfahrtindustrie. Ein Meilenstein gelang bereits im Jahr 2024, als Alper Gezeravci als erster türkischer Astronaut an Bord einer SpaceX-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS flog und dort 18 Tage lang wissenschaftliche Experimente durchführte. Um in Zukunft völlig unabhängig agieren zu können, baut das Land zudem eigene Startkapazitäten auf. Minister Mehmet Fatih Kacir bestätigte, dass die Bauarbeiten an einem eigenen türkischen Weltraumbahnhof im ostafrikanischen Somalia bereits begonnen haben. Auch von Seiten der Amerikaner gab es großes Lob für den strategischen Partner. NASA-Chef Jared Isaacman würdigte den Schritt der Türkei als historischen Moment: „Der Beitritt der Türkei ist ein wichtiger Meilenstein für die internationale Raumfahrt. Ankara hat eine äußerst mutige und beeindruckende Vision für seine Zukunft im All präsentiert. Uns verbindet das gemeinsame Ziel, Astronauten wieder nachhaltig auf die Mondoberfläche zu bringen und den Weg für künftige Mars-Missionen zu ebnen.“
