Die Schieneninfrastruktur der Türkei feiert auf einer ihrer wichtigsten Trassen ein bedeutendes Jubiläum mit beeindruckenden Leistungszahlen. Die am 23. August 2011 feierlich eingeweihte Hochgeschwindigkeitsstrecke (YHT) zwischen der Bundeshauptstadt Ankara und der zentralanatolischen Metropole Konya hat in den ersten 15 Jahren ihres Betriebes exakt 22,8 Millionen Fahrgäste sicher und komfortabel an ihr Ziel befördert. Dies gab der türkische Minister für Verkehr und Infrastruktur, Abdulkadir Uraloglu, im Rahmen einer umfassenden Bilanzpressemitteilung offiziell bekannt. Die Trasse ging damals als erst zweite Hochgeschwindigkeitsverbindung des Landes nach dem Pionierprojekt Ankara-Eskisehir ans Netz und gilt bis heute als historischer Wendepunkt sowie als Beschleuniger für den Ausbau des gesamten türkischen Schnellbahnnetzes. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtet, unterstrich Minister Abdulkadir Uraloglu die wegweisende Relevanz des Bahnprojekts im Wortlaut: „Unsere Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Konya hat seit dem Tag ihrer Inbetriebnahme nicht nur Distanzen verkürzt, sondern das Reiseverhalten von Jahrmillionen Bürgerinnen und Bürgern grundlegend verändert. Wir haben auf dieser Trasse mittlerweile über 22,8 Millionen Passagiere befördert. Heute nutzen täglich im Durchschnitt 3.500 Menschen die modernen Hochgeschwindigkeitszüge auf dieser Route. Dies zeigt eindrucksvoll, wie tief verwurzelt das Schnellbahnnetz im Alltag unseres Landes mittlerweile ist.“
Zeiteinsparung von über acht Stunden verändert das Reiseverhalten radikal
Wie gravierend der infrastrukturelle Quantensprung für die Reisenden tatsächlich ausfiel, verdeutlicht der Blick auf die Bedingungen vor der Streckeneröffnung im Spätsommer 2011. Bis dahin existierte zwischen Ankara und Konya keinerlei direkte Eisenbahnverbindung, sodass sämtliche Züge zwingend einen extrem zeitraubenden Umweg über Eskisehir und Afyonkarahisar nehmen mussten. Die Schienenfahrt zog sich dadurch regelmäßig über mehr als zehn Stunden hin. Durch die Fertigstellung der direkten Trasse schrumpfte die reine Fahrzeit blitzartig auf unter zwei Stunden zusammen. Minister Abdulkadir Uraloglu erläuterte die immensen Vorteile dieser Trassenführung im Detail: „Vor der Eröffnung unseres YHT-Projekts dauerte eine Schienenreise zwischen beiden Städten durch den großen Bogen über Afyonkarahisar weit mehr als zehn Stunden. Wir haben die beiden Metropolen direkt miteinander verknüpft und die Fahrzeit dauerhaft auf unter zwei Stunden gesenkt. Was früher eine beschwerliche Tagesreise war, ist heute ein komfortabler Pendelweg im Minutentakt.“
Drehkreuz Konya profitiert von der Vernetzung mit Istanbul und Karaman
Ihre eigentliche Strahlkraft entfaltet die Route heute durch die konsequente Einbindung in das stetig wachsende Gesamtnetz der TCDD Tasimacilik. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde die Trasse nahtlos mit weiteren Schnellfahrstrecken kombiniert. Insbesondere die direkten Anbindungen von Konya in Richtung der Megacity Istanbul sowie weiter gen Süden nach Karaman haben die Position der Rumi-Stadt als zentralem Schienen-Drehkreuz Zentralanatoliens nachhaltig gestärkt. Die Geburtsstunde des modernen türkischen Hochgeschwindigkeitszeitalters schlug am 13. März 2009 mit der Einweihung der Premierentrasse Ankara-Eskisehir. Rund zweieinhalb Jahre später folgte mit der Verbindung nach Konya der nächste Meilenstein, der das Netz auf heute weit über 2.000 Kilometern Schnellfahrstrecke erweiterte und die wirtschaftliche Verzahnung der Regionen vorantreibt.
