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Die positive Entwicklung auf dem türkischen Arbeitsmarkt hat im Hochsommer einen spürbaren Rückschlag erlitten und sorgt für veränderte Rahmenbedingungen in der Wirtschaftspolitik. Wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Erhebungen des Türkischen Statistikamtes TÜIK hervorgeht, kletterte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Monat Juli auf 8,1 Prozent. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat Juni. Die Gesamtzahl der registrierten Arbeitslosen ab 15 Jahren erhöhte sich innerhalb nur eines Monats schlagartig um 150.000 Personen auf nunmehr rund 2,86 Millionen Erwerbslose. Wie die Finanzzeitung Dünya berichtet, bewerteten Volkswirte der Statistikbehörde die aktuelle Dynamik mit prägnanten Worten: „Der Juli brachte einen spürbaren Rückgang bei der Beschäftigung und einen parallelen Anstieg der Erwerbslosigkeit. Besonders besorgniserregend erweisen sich dabei die anhaltend tiefen strukturellen Disparitäten zwischen den Geschlechtern sowie der deutliche Sprung bei der Jugendarbeitslosigkeit.“ Gleichzeitig ging die Gesamtzahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Juni um 388.000 Menschen auf 32,36 Millionen Beschäftigte zurück. Die gesamtstaatliche Beschäftigungsquote sank dementsprechend um 0,6 Prozentpunkte auf 48,3 Prozent, wobei das Gefälle zwischen Männern und Frauen enorm bleibt: Während die Beschäftigungsquote bei Männern solide 65,5 Prozent erreichte, verharrte sie bei den Frauen bei lediglich 31,4 Prozent. Auch bei der reinen Arbeitslosenquote schlug diese Spaltung voll durch – die Männerarbeitslosigkeit lag im Juli bei 6,8 Prozent, wohingegen Frauen eine zweistellige Quote von 10,6 Prozent verzeichneten.

Schrumpfende Erwerbsquote und hoher Druck auf dem Arbeitsmarkt

Neben dem Rückgang der aktiven Arbeitsplätze verzeichnete die Statistikbehörde auch einen demografischen Dämpfer bei der gesamten Erwerbsbevölkerung. Die Anzahl der Erwerbspersonen verringerte sich im Juli um 238.000 Menschen auf insgesamt 35,22 Millionen Personen. Dadurch fiel die allgemeine Erwerbsquote um 0,4 Prozentpunkte auf nunmehr 52,5 Prozent zurück. Auch in diesem Segment Spiegelt sich die gesellschaftliche Unwucht wider: Die Erwerbsbeteiligung der männlichen Bevölkerung lag im Berichtsmonat bei 70,3 Prozent, während die Erwerbsquote der Frauen mit 35,2 Prozent fast exakt auf die Hälfte dieses Wertes beziffert wurde.

Jugendarbeitslosigkeit klettert drastisch auf 14,5 Prozent

Besonders alarmierend entwickelte sich im Juli die Beschäftigungslage für die Nachwuchskräfte des Landes. In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen kletterte die saisonbereinigte Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um drastische 1,5 Prozentpunkte auf insgesamt 14,5 Prozent. Bei den jungen Männern schlug der Indikator mit 11,3 Prozent zu Buche. Weitaus härter traf die Sommerflaute die jungen Frauen in der Türkei: In dieser Kategorie lag die Erwerbslosenquote im Juli bei besorgniserregenden 20,3 Prozent, womit mehr als jede fünfte junge Frau ohne Beschäftigung blieb.