Die Preisentwicklung im türkischen Flugverkehr sorgt bei Reisenden und Branchenkennern für drastisches Unverständnis. Wer derzeit von Istanbul in die französische Hauptstadt Paris fliegt, zahlt häufig spürbar weniger als für ein Ticket in die osttürkische Provinz Van. Wie das Tourismusportal Turizm Güncel berichtet, sorgen die extremen Preisunterschiede für wachsenden Unmut in der ostanatolischen Region und hemmen nach Einschätzung von Branchenvertretern die wirtschaftliche Entwicklung massiv. Während Flüge von Istanbul in zahlreiche europäische Metropolen bereits für 3.000 bis 4.000 Türkische Lira (ca. 54,77 – 73,02 Euro) zu haben sind, schlagen Direktverbindungen auf der Route Istanbul–Van im Regelfall mit 8.000 bis 10.000 Lira (ca. 146,02 – 182,55 Euro) zu Buche. Kommt bei der Inlandsreise ein Zwischenstopp hinzu, klettern die Ticketpreise im schlimmsten Fall sogar auf astronomische 15.000 bis 18.000 Lira (ca. 273,82 – 328,59 Euro).

Kapazitätsengpass als Preistreiber: Verbandschef kritisiert künstliche Verknappung

Als Hauptursache für diese verzerrte Preisstruktur identifiziert die Branche das stark reduzierte Angebot an Sitzplätzen. Der Vorsitzende des TÜRSAB-Regionalverbands Ostanatolien, Cevdet Özgökce, führt das Problem auf ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurück. Der Verbandschef verdeutlichte die Absurdität der Tarifstruktur am Entfernungsvergleich: „Ein Flug nach Paris über rund 2.600 Kilometer ist für 3.000 bis 4.000 Lira möglich. Für die rund 1.500 Kilometer lange Strecke nach Van müssen Reisende dagegen oft ein Vielfaches bezahlen.“ Nach Ansicht des Experten könnte eine konsequente Ausweitung der Flugkapazitäten den Wettbewerb auf der Ost-Route rasch beleben und das Preisniveau spürbar absenken. Zudem bemängelte er, dass vergünstigte Aktionsangebote der Fluggesellschaften für die Destination Van seit längerer Zeit fast vollständig fehlen.

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Gefahr für den Tourismus: Reiseveranstalter fordern zusätzliche Verbindungen

Die immensen Ticketkosten betreffen längst nicht mehr nur Privatreisende und Heimkehrer, sondern belasten das gesamte lokale Gewerbe. Sowohl regionale Reiseveranstalter als auch die Hotellerie sehen sich mit schwerwiegenden Buchungsausfällen konfrontiert. Insbesondere bei der Organisation von Gruppenreisen scheitert die Durchführung regelmäßig an fehlenden Kontingenten und unbezahlbaren Tarifen, was das touristische Potenzial Ostanatoliens massiv ausbremst. Cevdet Özgökce fordert von den Behörden und Airlines deshalb eine umgehende Erhöhung der Flugfrequenzen nach Van: „Von einer Aufstockung der Flüge würden sowohl die Einwohner als auch der gesamte Tourismussektor nachhaltig profitieren. Die zuständigen Stellen müssen die Ticketpreise dringend wieder auf ein sozial verträgliches und erschwingliches Niveau bringen.