Die türkische Südküste wird erneut von einer verheerenden Welle heftiger Waldbrände heimgesucht, die dramatische Schutzmaßnahmen erforderlich macht. In der beliebten Ferienprovinz Muğla kämpfen Hunderte von Einsatzkräften gegen einen massiven Großbrand, der aufgrund extremer Wetterbedingungen außer Kontrolle zu geraten droht. Das Feuer brach am Nachmittag gegen 17:03 Uhr Ortszeit aus bislang ungeklärter Ursache in einem Waldgebiet nahe der Ortschaft Bozbük im Bezirk Milas aus. Wie die Nachrichtenagentur DHA meldet, breiteten sich die Flammen wegen heftiger Sturmböen und einer auf unter 30 Prozent gesunkenen Luftfeuchtigkeit in rasender Geschwindigkeit aus. Der Gouverneur von Muğla, Idris Akbiyik, eilte umgehend an den Krisenherd und leitete eine großangelegte Evakuierung ein, um das Leben von Anwohnern und Touristen zu schützen. Insgesamt mussten 1.120 Personen vorsorglich ihre Unterkünfte verlassen, wobei die Evakuierungsmaßnahmen Gäste aus einem Hotel mit 350 Betten sowie Bewohner einer Ferienanlage mit 770 Wohneinheiten betrafen.

Massives Aufgebot kämpft gegen die Flammenwalze
Der Ernst der Lage spiegelt sich im enormen logistischen Aufwand der Rettungskräfte wider, die am Boden und in der Luft gegen das Inferno ankämpfen. „Wir kämpfen mit einem Geist der Mobilmachung für unsere grüne Heimat”, betonte Gouverneur Idris Akbiyik sichtlich bewegt angesichts der Katastrophe. Weiter erklärte der Politiker vor Ort: „Jeder verfügbare Helfer ist im Einsatz, um eine Ausbreitung auf bewohnte Gebiete zu verhindern.“ Die Behörden koordinieren derzeit ein massives Aufgebot. Am Boden sind 517 Einsatzkräfte mit 62 Löschfahrzeugen, 11 Planierraupen, drei Baggern und 29 Wassertankwagen im Einsatz, während die Gendarmerie und die Polizei das Gebiet mit Wasserwerfern sichern. Aus der Luft unterstützten bis zum Einbruch der Dunkelheit zwölf Helikopter und acht Flugzeuge die Löscharbeiten. Der Gouverneur gab zudem zu bedenken, dass das extrem unwegsame Gelände den Zugang erheblich erschwere, während die Region bereits am selben Tag von fünf weiteren Bränden heimgesucht wurde, die man jedoch rasch unter Kontrolle bringen konnte.

Schneller Löscherfolg in den Avocado-Plantagen von Alanya
Während die Lage in Muğla die Rettungskräfte weiterhin in Atem hält, verzeichnete die benachbarte Tourismusprovinz Antalya einen schnellen und glimpflichen Einsatzerfolg. Im Bezirk Alanya entzündete sich am Mittag gegen 13:00 Uhr ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet mit Avocado-Plantagen im Viertel Yeniköy. Durch das extrem schnelle Eingreifen der örtlichen Feuerwehr, die umgehend mit einem Löschhubschrauber, mehreren Einsatzfahrzeugen und zahlreichen Einsatzkräften anrückte, konnte eine Katastrophe im Keim erstickt werden. Ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Wohngebäude oder größere Waldflächen wurde erfolgreich verhindert. Nach ersten Schätzungen der lokalen Behörden beläuft sich der Sachschaden auf rund zwei Hektar verbranntes Agrarland, Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden.
