Auf dem globalen Industriemarkt hat sich eine fundamentale Verschiebung vollzogen. Die Türkei hat Deutschland bei der Rohstahlproduktion offiziell überholt und ist in die Riege der sieben größten Stahlproduzenten der Welt aufgestiegen. Wie aus den aktuellen Erhebungen der World Steel Association hervorgeht, kletterte die türkische Stahlherstellung im Jahr 2025 um 3,3 Prozent auf insgesamt 38,1 Millionen Tonnen. Im Jahr 2024 hatte das Land mit einem Ausstoß von 36,9 Millionen Tonnen noch den achten Rang belegt. Deutschland erlitt im gleichen Zeitraum hingegen einen spürbaren Einbruch von 8,6 Prozent und kam lediglich noch auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl. Mit diesem Sprung steigt die Türkei gleichzeitig zum mit Abstand größten Rohstahlproduzenten des europäischen Kontinents auf. Ein Sprecher des Weltstahlverbands ordnete die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu ein: „Der Aufstieg der Türkei spiegelt das anhaltende Wachstum der Produktion in den Schwellenländern wider, während die Dynamik in etablierten Industriemärkten weiterhin schwach bleibt. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird.

Branchenverband sieht Bestätigung für Wettbewerbsfähigkeit: Importdeckel als Bedingung

Innerhalb der türkischen Schwerindustrie löst der Überholvorgang gegenüber der deutschen Wirtschaft großes Selbstbewusstsein aus. Veysel Yayan, Generalsekretär des türkischen Stahlproduzentenverbands TCUD, bezeichnete das Vorrücken vor Deutschland als unumstößlichen Beleg für die industrielle Schlagkraft des Landes. Der Verbandschef betonte, dass die Branche trotz stark schwankender globaler Marktbedingungen ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt habe. Um diesen Expansionskurs nachhaltig abzusichern, knüpft Veysel Yayan klare Bedingungen an die Rahmenbedingungen: „Die Türkei kann ihren Wachstumskurs in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen, wenn es gelingt, die ausländischen Stahlimporte dauerhaft unter der Marke von 19,5 Millionen Tonnen zu halten. Unter dieser Voraussetzung ist mittelfristig sogar ein weiterer Aufstieg in der weltweiten Rangliste realistisch.“ Als Haupttreiber des Produktionsplus gelten neben einer spürbaren Erholung der Exportmärkte die effizientere Auslastung bestehender Kapazitäten, gezielte Neuinvestitionen sowie eine anhaltend robuste Inlandsnachfrage.

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Globale Gesamtproduktion rückläufig: China führt Ranking trotz Einbußen an

Die weltweite Rohstahlproduktion ging im Jahr 2025 insgesamt um 2,0 Prozent auf 1,8489 Milliarden Tonnen zurück. Während traditionelle Industrienationen wie China, Japan, Russland, Südkorea und Deutschland Rückgänge verzeichneten, gehörten die Türkei und Indien zu den seltenen Gewinnern mit steigenden Volumina. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt weiterhin China, das trotz eines Rückgangs von 4,4 Prozent mit gigantischen 960,8 Millionen Tonnen den Weltmarkt dominiert. Auf dem zweiten Platz folgt Indien mit einem starken Plus von 10,4 Prozent auf 164,9 Millionen Tonnen. Dahinter sicherten sich die USA mit 81,9 Millionen Tonnen den dritten Rang und zogen an Japan (80,7 Millionen Tonnen) vorbei. Auf den Plätzen fünf und sechs rangieren Russland mit 67,9 Millionen Tonnen und Südkorea mit 62,2 Millionen Tonnen, ehe die Türkei als neuer europäischer Branchenprimus folgt.