Der inländische Tourismussektor in der Türkei verzeichnet finanzielle Rekordwerte, obwohl die reine Anzahl der absolvierten Urlaubsreisen leicht rückläufig ist. Wie aus den aktuellen Erhebungen des Türkischen Statistikinstituts TÜIK hervorgeht, stiegen die Gesamtausgaben inländischer Touristen im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum drastisch an. Im Zeitraum von April bis Juni 2026 gaben im Inland lebende Bürger für Reisen im eigenen Land insgesamt 154.998.004.000 Türkische Lira (ca. 2,7 Mrd. Euro) aus, was einem deutlichen Plus von 32,6 Prozent entspricht. Wie die Analysten der Statistikbehörde TÜIK die Entwicklung in ihrer Mitteilung in Ankara einordneten, prägten klare Verschiebungen den Markt: „Insgesamt unternahmen im zweiten Quartal 13,549 Millionen Personen mindestens eine Reise mit Übernachtung. Die Gesamtzahl der Inlandsreisen sank dabei im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 um 3,6 Prozent auf 16,467 Millionen. Die Reisenden verbrachten insgesamt 85,890 Millionen Nächte am Zielort, was einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 5,2 Nächten entspricht.“ Dieser leichte Rückgang der Trip-Frequenz bei gleichzeitig massiv gestiegenen Gesamtkosten spiegelt die gestiegene Preisdynamik auf dem heimischen Reisemarkt wider.

Persönliche Budgetposten dominieren vor Pauschalangeboten
Bei der Zusammensetzung des Ausgabenvolumens zeichnet die Statistik ein sehr klares Bild zugunsten der individuellen Budgetplanung. Von den Gesamtausgaben entfielen laut TÜIK exakt 86,9 Prozent – rund 134,7 Milliarden TL – auf persönliche Ausgaben, während Pauschalreisen lediglich einen Anteil von 13,1 Prozent beziehungsweise 20.313.479.000 TL ausmachten. Die durchschnittlichen Ausgaben pro absolvierter Reise bezifferte die Behörde auf 9.413 TL. Den mit Abstand größten Ausgabenblock bildeten Aufwendungen für Speisen und Getränke mit 31,6 Prozent, gefolgt von Transportkosten mit 25 Prozent und Unterbringungskosten mit 14,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich kletterten die Ausgaben für Gastronomie besonders stark um 39,1 Prozent, während die Transportaufwendungen um 28,3 Prozent und die Unterkunftskosten um 22,5 Prozent zulegten.

Verwandtenbesuche und private Unterkünfte bleiben Spitzenreiter
Auch bei den Reiseanlässen und Unterbringungsformen stützt sich der Heimattourismus auf tradierte Muster. Hauptgrund für Inlandsreisen waren mit 60,1 Prozent Besuche bei Verwandten und Freunden. Erst an zweiter Stelle folgten mit 33,6 Prozent Reisen zu den Zwecken Sightseeing, Unterhaltung und Urlaub, während gesundheitsbezogene Anlässe 2,3 Prozent ausmachten. Diese Prioritäten spiegeln sich auch bei den Übernachtungen wider: Mit 61,192 Millionen Übernachtungen verbrachte der Großteil der Reisenden die Zeit bei Freunden oder Verwandten. Hotels kamen an zweiter Stelle auf 11,376 Millionen Übernachtungen, während Aufenthalte in der eigenen Ferienwohnung mit 8,216 Millionen Übernachtungen den dritten Platz belegten.
